10 Dinge, die Sie über Frauen-Freundschaften wissen müssen

1) Eva Assignon, welches würden Sie als grösste Unterschiede zwischen Männer- und Frauenfreundschaften bezeichnen?

Laut einer Umfrage der Zeitschrift „madame“ sind Frauenfreundschaften für fast alle der befragten Frauen wichtiger als guter Sex. (!!) Welcher Mann würde das von sich bezüglich Männerfreundschaften behaupten?

Frauen wollen vor allem eines von unserer besten Freundin: verstanden werden. Sie wollen sich austauschen über ihre äusserst komplexe Gefühlswelt, ihre Gedanken, ihre Hoffnungen, ihre Sorgen. Und das können wir nun mal am besten mit jemandem, der weiss, wie es sich anfühlt, eine Frau zu sein, mit Gebärmutter, Hormonen und allem. Männer können das logischerweise nicht und müssen das auch nicht können.

Männer definieren Freunschaften mehr über ähnliche Interessen als über emotionalen Gleichklang. Sie suchen mehr das kumpelhafte, schenkel- und schulterklopfende. Den Austausch über ihre Gefühle pflegen sie, wenn überhaupt, eher mit der Partnerin. So ist es auch nicht sehr wichtig, dass sie ihre Kumpel regelmässig sehen. Eher fehlte dann das gemeinsame Kegeln als die freundschaftliche Männerbeziehung. Ich glaube aber, das wird sich stark ändern. Wenn Männer lernen, sich untereinander zu öffnen, eröffnet das neue Horizonte, und der Profit ist kein bisschen geringer als der von Frauenfreudschaften.

So könnten beide Geschlechter sich immer wieder zurückziehen ins „eigene Lager“, den Austausch pflegen, sich Rückendeckung holen, und dann in unserer Wahrnehmung gestärkt dem anderen Geschlecht begegnen und richtig guten Sex miteinander haben. Das wäre doch was!

2) Wieso sind den Frauen die besten Freundinnen dermassen wichtig (weil sie mit ihnen eine Welt erschaffen, die ein männlichen Partner nicht teilen kann ? )

Kennen Sie den Witz: Ein Mann hat einen Wunsch frei. Er wünscht sich eine dreispurige Autobahn über den Atlantik. Antwort der Fee: Geht nicht, wünsch dir was anderes. Mann: Ich möchte die Frauen verstehen. Fee: Wieviele Spuren soll die Autobahn haben?

Frauen wollen keine Welt fernab der Männer erschaffen, sie wollen die Welt, wie sie sie erfahren, mit anderen Frauen teilen.

Dann wollen sie ein Feedback, welches sie wiederum feedbacken und so weiter. Das ist intensiv, nährend und macht glücklich, zumindest, wie gesagt, wenn man eine Frau ist.

3) Wie nähern sich Frauen normalerweise an und welche Bedingungen müssen erfüllt sein, damit man zur besten Freundin aufsteigt?

Die Chemie muss stimmen. Es muss „geigen“ und „flutschen“. Frauen spüren das sehr schnell. Vor allem auf der emotionalen Ebene muss die beste Freundin ähnlich ticken. „Ja, genau so geht es mir auch!“ Wie wohltuend, nicht alleine mit unseren Empfindungen zu sein.

Die Annäherung verläuft je nach Charakter sehr unterschiedlich. Da gibt es Frauen, die sich nach zwei Stunden intensivem Erstgespräch heulend, weil glücklich in den Armen liegen. Oder sie tasten sich über lange Zeit vorsichtig aneinander heran und prüfen genauest, wem sie sich öffnen wollen.

4) Das Vertrauen (sich alles sagen können), ist für viele Freundinnen wichtig, heisst es: stimmt das wirklich?

Oh ja, denn einer besten Freundin wollen Frauen ALLES erzählen können, und damit meine ich wirklich ALLES. Darunter ist oftmals gerade auch Peinliches und sehr Intimes (wem sonst könnten sie solches erzählen?) Die geteilten Geheimnisse sind das, was die Freundschaft so innig und vertraut macht. Vertrauensbruch wird daher auch als sehr tiefgehende Verletzung empfunden und ist oft nicht mehr zu kitten.

5) Ist die Uebereinstimmung auf der emotionalen Ebene wichtiger als im intellektuellen Bereich?

Ja. Die rein intellektuelle Übereinstimmung macht noch lange keine besten Freundinnen. Sehr wichtig ist aber natürlich, dass die Kommunikation klappt, wozu das intellektuelle Niveau natürlich einigermassen ähnlich sein sollte. Das Emotionale überwiegt jedoch deutlich in der Gewichtung.

6) Verbandeln sich Frauen mit anderen auch, weil dies berufliche Synergien auslöst oder sonstige Vorteile mit sich bringt?

Frauen unterscheiden ganz klar zwischen Frauenfreundschaft und beruflicher Kollegialität. Erwächst aus der beruflichen Zusammenarbeit eine Freundschaft, umso besser. Bezüglich wahrer Freundschaft sind sie selten berechnend. Oder aber sie haben den wahren Wert tiefen gegenseitigen Vertrauens noch nicht für sich entdeckt.

7)  Welche Dinge verzeihen sich beste Freundinnen nicht?

Vertrauensbruch. Ansonsten fast alles.

8) Wie lösen Freundinnen ihre Konflikte miteinander normalerweise?

Uff, Konflikte, schwieriges Thema. Am liebsen hätten Frauen mit ihrer besten Freundin gar keine, für die Konfliktgestaltung eignen sich Männer besser, denen kann man immer vorwerfen, sie würden einen nicht verstehen, und man hat sogar Recht damit. Aber Konflikte mit der besten Freundin gehen tief, denn oft öffnen sich Frauen bis in die innerste Herzkammer. Umso emotionaler gehen sie mit Konflikten um. Um sie zu lösen, braucht es vor allem eines: Sehr viel Zeit für innige Gespräche. Gerade weil für Frauen die beste Freundin schon fast existentiell wichtig ist, geben sie auch alles, um diese Freundschaft zu erhalten, vor allem, wenn sie schon lange besteht.

9 ) Die stillschweigende Uebereinkunft, dass man einander mag und vertraut (die man den Männern ja nachsagt): Gibt es die bei Frauen auch oder definieren sie sich eher über viele Kontakte und viele Gespräche..?

Stillschweigende Übereinkunft ist nicht so ein Frauending. Wir fragen lieber einmal mehr nach als einmal zuwenig. Dass wir verstanden werden, bedingt, dass wir uns gegenseitig auf dem Laufenden halten und das Erlebte, und zwar möglichst vieles davon, miteinander teilen. Selbst wenn wir wissen, dass wir stillschweigend übereinstimmen, reden wir gerne darüber. Weil es dann umso schöner ist.

10) Gibt es eigentlich das weibliche Gegenstück zum männlichen “Kumpel” der  ein Zwischending zwischen Kollege und Freund ist?

Ja, wir Frauen unterscheiden ganz klar zwischen „Freundinnen“ und „besten Freundinnen“. Mit den Freundinnen kann man vieles unternehmen, Hobbies teilen, diskutieren, ausgehen, doch die wirklich interessanten Geheimnisse teilen wir mit den „blossen“ Freundinnen bewusst nicht, weil hier eben gerade die Vertrauensbasis nicht unbedingt vorhanden ist.