Intime Geständnisse, Teil I: Quality-Management, oder hä?

Ich glaube, ich hatte schon erwähnt, wie sehr in einem Hausfrauen-Leben die Managerqualitäten von uns Frauen gefragt sind? Timing, Prioritäten, Logistik, ökonomisches und ökologisches Denken und Handeln, Belastbarkeit, Nervenstärke, Gelassenheit, höchste Leistungsbereitschaft rund um die Uhr, Zurückstellen eigener Bedürfnisse zugunsten des Projekts/Kindes. Sie wissen schon.

Mir ist auch, als hätte ich schon erwähnt, wie deutlich in ebendiesen Managerqualitäten sich die Frauen gegenüber den Männern hervorheben? Und wie sehr uns Frauen ebendieser Umstand frustriert, da wir ja erwähnte grandiosen Fähigkeiten weiterhin auch im Beruf ausüben wollen, wobei jedes Mal zuhause der Karren schwächelt, da die Männer ihn nicht im Griff haben oder nicht im Griff haben wollen, und voilà! finden wir uns in der Funktion 50% Job, 100% Familienmanagerin wieder, eine Funktion, die schlicht nicht zu schaffen ist, schon rein mathematisch gesehen. Was du dem führt, was sich medizinisch  ”mbo: mommy-burn-out“ nennt und 89% aller berufstätigen Mütter betrifft.

Also, was ich damit sagen will, die Gefahr dabei ist, dass mit der Zeit Lücken in diesem grandiosen weiblichen Management auftauchen. Das nennt sich Dekompensation. In diesem Stadium passiert Folgendes:

a) Der Kühlschrank ist leer. Oder voll mit Monate alten Resten und abgelaufenen Zeug.

b) Die Lager-Äpfel sind draussen erforen.

c) Keine Milch. Kein Brot. Keine Eier. Kein Bier. Etc.

d) Kein Shampoo, keine Nagelschere, keine Seife. Etc.

e) Keine Staubsaugerbeutel, keine Müllsäcke, kein Wollwaschmittel. Etc.

f) Keine Gleitcreme. Etc.

g) Keine sauberen Unterhosen, keine sauberen Socken, keine Kinderkleider. Etc.

h) Büro voller Stapel mit zweiten, dritten und vierten Mahnungen.

i) Anmeldefrist für Spielgruppe verpasst.

j) Bibliotheksbuch verloren. Oder zerkaut.

k) Hochzeitsfest seit 4 Jahren aufgeschoben.

l) Kinderschuhe zu klein.

m) Timing weg, ergo: Lebensmittel-Einkauf -> Spielplatz, wo dank dem schönen Wetter und der super Stimmung die Butter schmilzt und das Schnitzel sich aufbläht. Oder: Wäsche nur noch bei gewittriger Stimmung draussen am Trocknen, wo sie ebendies wegen sich entladender gewittriger Stimmung nicht tut. Oder: ALLES brennt IMMER an. Oder: KEINE Zeit mehr für Sex. Oder: ALLES geschieht IMMER zu spät. Etc.

n) Etc.

Sie haben es vielleicht schon gemerkt: Ich dekompensiere gerade heftig. Was mich an meinen Manager-Qualitäten gewaltig zweifeln lässt. Hatte ich überhaupt je welche? Ähm.

Liebe Männer, hier folgt ein absolut einmaliges  Geständnis aus weichem weiblichem Munde (und ich betone: einmalig! Nehmen Sie die Gelegenheit wahr und brennen Sie’s auf CD, sonst glaubt’s Ihnen niemand, schon gar nicht Ihre Frau. Ich selber werde diese Aussage später öffentlich widerrufen und mein Psychiater wird bestätigen, dass sie unter Einfluss erheblicher Geistesschwäche im Rahmen eines latenten Borderline-Syndroms gemacht wurde): Vielleicht stimmt es alles gar nicht, was oben steht, von wegen qualitativ unterbemittelten Männern und so. Ich will das jetzt gar nicht allen Frauen unterstellen, aber (Achtung, jetzt kommt’s!) bei mir ist es vielleicht ein klitzekleines Bisschen wahr: Die Zweifel an meinen Fähigkeiten lassen das, was oben geschrieben steht, anschwellen. Mindestens um 3 Schriftgrössen. Ähm.

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